Archiv der Kategorie: Organisationsentwicklung

Wechselwirkungen & Co

Es weniger um den Inhalt, das Gesagte/Gesprochene, als um die Wechselwirkungen in einer Supervision, in einem Coaching. Es geht darum, Interaktionsdynamiken in den Blick zu nehmen als Supervisorinnen/Supervisoren, die oft dazu führen, dass sich Situationen wiederholen, also reproduzieren. Und von der Beschaffenheit her problematisch sind bzw. sich dorthin entwickeln; aufschaukeln.

Interaktionsdynamiken sind Dynamiken, bei denen sich Handlungen gegenseitig bedingen und verursachen. Auch in der Supervisionssitzung selbst finden diese Dynamiken statt. Wir Supervisorinnen/Supervisoren konstruieren mit und sind mitten drinnen in der Interaktionsdynamik mit unserem Verhalten, mit unseren Interventionen!

Unser Beitrag sind die Interventionen, solche, die diese Teufelskreise unter- oder aufbrechen und neue Rückkopplungen ermöglichen, so dass die gesetzten Ziele (z.B. Fallreflexion, Kooperation im Team) leichter erreicht werden können.

Lesetipp: Milowiz, Walter; Judy, Michaela (2013): Der Teufelskreis in der Supervision. http://www.asys.ac.at

Praxisprojekt: Arbeitsfrühstücke als Methode für die Qualitäts- und Teamentwicklung

Arbeitsfrühstücke sind gleitet Diskussions- und Kooperationsangebote für bestimmte Berufs- und Arbeitsgruppen in Unternehmen. Das Ziel dabei ist die Kommunikation unter den Verantwortlichen zu stärken und die Ressourcen und das Know-how zu vernetzen. Bemerkenswert war für mich in den bisher geführten Arbeitsgesprächen eines Bildungsanbieters, wie sich die Mitarbeiter/-innen aktiv in die Verbesserungen einbrachten und an Lösungen für Probleme arbeiteten. Die Arbeitsfrühstücke sind eine Methode des Vorschlagswesens und der Personal- und Organisationsentwicklung, das vertiefend an Verbesserungen und Weiterentwicklungen arbeitet. Zudem ist es durch dieses Format möglich gemeinsame Problemstellungen zu bearbeiten und sich gegenseitige Hilfestellungen zu bieten. Nicht alles kann zentral gemanagt werden; vielmehr sind Verknüpfungen zwischen den jeweiligen Verantwortlichen zu forcieren und zu begleiten.

Praxisprojekt: Externe Personalgespräche

Ich möchte hier ein Supervisionsprojekt vorstellen, das ich in einem Unternehmen mit ca. 20 Mitarbeiter/-innen umgesetzt habe.

Aufgrund kommender massiver Veränderungen im Betrieb sowie großen Belastungen zwischen Unternehmensleitung und Mitarbeiter/-innen wurde den Mitarbeiter/-innen auf freiwilliger Basis ein strukturiertes Personalgespräch – geführt durch mich als externen Supervisor – angeboten. Dabei konnten die Mitarbeiter/-innen Rückmeldung an die Führungskräfte geben – personifiziert aber auch anonymisiert. Zudem wurde an den Qualitäten und Komeptenzen der Mitarbeiter/-innen gearbeitet (= Personalentwicklung).

Durch diese Form des Gesprächs war es möglich, diese schwierige Situation so zu gestalten, dass die Mitarbeiter/-innen aktiv an der Entwicklung und den Veränderungen mitarbeiten und sie sich in einem geschützten Rahmen äußern können. Dadurch wurde auf mehreren Ebenen (Mitarbeiter/-innen, Führungskräfte, Eigentümer) eine wertschätzende Basis für die Weiterarbeit trotz dieser Situation gelegt.

Betriebliches Eingliederungsmanagement (BEM)

Betriebliches Eingliederungsmanagement, kurz BEM, ist in Deutschland seit 01.05.2004 gesetzlich verankert. In Österreich gibt es zwar keine gesetzliche Regelung zum BEM, dafür aber großes Interesse in Wirtschaft und Politik.

Ziel des BEM ist es, Arbeitsunfähigkeit von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern möglichst zu überwinden, erneuter Arbeitsunfähigkeit vorzubeugen und den Arbeitsplatz der betroffenen Person zu erhalten. Dazu werden strukturelle Maßnahmen durch das Personalmanagement getroffen und Vorgehensweisen im Unternehmen implementiert.

Das Betriebsservice für Arbeit & Behinderung berät Unternehmen bei der Implementierung und Umsetzung von BEM. Mehr Infos unter: www.bem-austria.at

 

Effectuation

Der Beginn unternehmerischen Tätig seins ist oftmals verbunden mit hoher Ungewissheit und Komplexität. Kausalitäten und Gewissheit nehmen erst im Laufe der Zeit zu. Das Konzept Effectuation wurde von der modernen Entrepreneur-Forschung entwickelt und zeigt, wie Unternehmer/-innen bei Ungewissheit Entscheidungen treffen können. (vgl. Faschingbauer 2010: 34f)

Das Konzept orientiert sich an folgenden Prinzipien

  • Prinzip der Mittelorientierung (z.B. Werte, Wissen, Netzwerke)
  • Prinzip des leistbaren Verlusts (z.B. Geld, materielle Güter, Zeit, Ideen, Entscheidungsspielräume)
  • Prinzip der Umstände und Zufälle (Nutzen von Unerwartetem)
  • Prinzip der Vereinbarungen und Partnerschaften (Kontrakte, Kooperationswege). (vgl. Faschingbauer 35- 96)

Faschingbauer, Michael (2017): Effectuation. Wie erfolgreiche Unternehmer denken, entscheiden und handeln.