Archiv der Kategorie: Personalmanagement

Systemisches Denken – die fünf Grundprinzipien

Die Grundprinzipien systemischen Denkens aus dem Wiener Modell (Milowiz, Walter (2009): Teufelskreis und Lebensweg: Systemisch denken im sozialen Feld)
. Vernetzung: Jedes Geschehen hängt mit allem zusammen, was rundherum geschieht.
. Konstruktivistisches Paradigma: Jede unterschiedliche Beschreibung erzeugt eine unterschiedliche Wirklichkeit.
. Selbsterhaltung: Zustände, die über längere Zeit existieren, haben eine Mechanismus, sich selbst aufrecht zu erhalten.
. Zirkularität: Das Ende einer Kausalkette ist selbst wieder Ursache für den nächsten Anfang.
. Einbeziehung des Beobachters: Die Trennung des Beobachters vom Beobachteten ist eine Fiktion: Wir müssen immer unsere eigenen Wirkungen mitbedenken. (ASYS)

Führungs-Kräfte

Führung ist eine komplexe aber notwendige Form der Interaktion in Organisationen. Und Interaktion ist Management. Management, lateinisch manus, „Hand“ und lateinisch agere, „führen“, „an der Hand führen“. Unterschiedliche Führungsstile/-formen/-metoden gilt es anzuwenden, um Balance sowie Vortrieb herzustellen.

Damit dies möglich wird brauchen Führungskräfte in deren Personalentwicklung eine soziale Innovation, damit Kraftentwicklung und Führungsentwicklung passieren kann. Durch die Reflexion der Führungsarbeit mittels Supervision & Coaching entsteht eine Verbesserung bzw. Neukalibrierung des Führungsverhaltens. Mit diesen Erfahrungen kann Führung auch in der Organisation Reflexionsräume für die Mitarbeiter/-innen aktiv herstellen. Diese Fähigkeit ist besonders in Zeiten der Instabilitäten und Unsicherheiten erfolgsnotwendig.

Durch das Setting von Einzelcoachingsequenzen und der vorherigen Kontraktklärung mit dem/der Auftraggeber/-in (z.B. Personalmanagement) kann zielorientiert und fokussiert gearbeitet werden.

Das Invest sind ca. 20 Wochenstunden pro Jahr an Supervision & Coaching für die Führungskraft – also ca. 1 % der Arbeitszeit für kraftvolles Führen und Führungs-Kraft. Das sollte eigentlich in jeder Organisation „drinnen sein“ …

 

ÖVS Supervisor & Coach = Qualität durch Qualifizierung

Die Ausbildungszeit von ÖVS-Supervisor/-innen liegt bei über 600 Stunden (siehe Ausbildungsstandards der ÖVS). Im komplexen Feld der Arbeitswelt mit ihren tiefgreifenden Veränderungen für Individuen, den Strukturen und für die Organisationen braucht es entsprechende Qualifizierungsanforderungen, um die Leistungsversprechen, die Supervison & Coaching, auch wissenschaftlich nachgewiesen hat, einzulösen. aus Ein 100-Stunden-Coaching-Kurs reicht m.E. einfach nicht aus. (DGSv (Hrsg.) (2013): Erneuerung statt Imagepflege. Schwerpunkt: Supervision und Caching. Ein Sonderpublikation zum Journal Supervision 4/2013)

Nutzen Sie daher die ÖVS-Berater/-innen-Suche auf www.oevs.or.at. Sie zeigt Ihnen alle ambitionierten Reflektierten in Österreich, die nachhaltiges Wirken erzeugen können.

Trainieren & üben

Um gut beraten, coachen und supervidieren zu können ist es wie bei allen anderen Professionen: üben üben üben ist die Grundlage um erfolgreich zu sein. Denken Sie an Sportler/-innen oder Handwerker/-innen.

Bei Supervisiorinnen/Supervisoren ist das Training die eigene Reflexion von Prozessen durch Intervision, Selbsterfahrung oder Eigensupervision mit dem Ziel der fortlaufenden Entwicklung und Kompetenzerweiterung. Das zeichnet gute Supervisorinnen/Supervisoren aus.

Fragen Sie bei bei der Auftragsklärung Ihre/Ihre Supervisor/-in nach dem üben üben üben.

Basis Systemischer Führung

„Führungskräfte müssen … davon ausgehen, dass es die Wirklichkeit nicht einfach „gibt“, sondern, dass sie hergestellt wird. Als Führungskraft kann man nicht herausfinden, was „wirklich ist“, sondern nur, „was geht“, also was funktioniert. … Systemisches Führung ist aus dieser Sicht daher Erkennen von Wirklichkeitskonstruktionen und Auffinden von Möglichkeitskonstruktionen mit dem Wissen, dass es keine objektive Beobachtung der Organisation geben kann.“ (S. 313f)

„… Systemisches führen {ist} weniger eine Frage der Führungstheorie oder des Führungsstils, sondern viel mehr eine Frage der Grundhaltung … Systemisches Führen kann dabei als eine Art Kreislauf angesehen werden, in dem der systemische Führungsstil auf einer systemischen Grundhaltung basiert und mittels einer systemischen Führungstheorie reflektiert wird.“ (S. 324)

„… systemische Führen zeichnet sich nicht durch eine einzige richtige Sichtweise der „Wirklichkeit“ aus, sondern durch eine mehrperspektivische Betrachtungsweise.“ (S. 324) Es sind die Störungen und Irritationen, die das Unternehmen weiterbringen. (vgl. S. 325)

Systemische Interventionen (z.B. Fragetechniken) benötigen eine systemische Grundhaltung, um gut wirksam zu werden. (vgl. S. 324)

Steinkellner, Peter (2007): Systemische Intervention in der Mitarbeiterführung. Heidelberg.

Dynamic Faciliation

Personalentwicklung und Personalarbeit ist nach meinem Verständnis immer auch Dialogförderung.

Dynamic Facilitation setze ich bei offen moderierten Gruppendiskussionen, bei Trainings und Supervision & Coaching dann ein, wenn ein kreativer Dialog der TeilnehmerInnen gefördert und etabliert werden sollte. Durch die offene Form eignet sich Dynamic Facilitation insbesondere bei Fragestellungen, bei denen bereits die Problemdefinition, die möglichen Lösungen und die Bedenken gegen diese Lösungen Emotionen bei den Teilnehmenden hervorrufen.

Vier Plakatwänden werden mit den folgenden Überschriften betitelt …

  • Probleme
  • Lösungen
  • Bedenken
  • Informationen

… und der moderierte Dialogprozess kann starten. Mit Dynamic Faciliation können Sie erleben, dass sukzessive die Kommunikation und das sich aufeinander Beziehen gestärkt wird.

Bleib Überraschungsfähig!

„Wir verlieren eine wichtige Fähigkeit, um nach vorne zu kommen, zu lernen und zu verstehen: unsere Überraschungsfähigkeit. Innovative System zeichnen sich immer durch diese Fähigkeit aus – die man am besten durch selbstständiges Nachdenken in einer neuen, unbekannten Situation beschreiben könnte.“ (Lotter, Wolf (2017): Störzonen. Überraschungen sind unvermeidlich. Wäre es nicht klug, aus ihnen gute Gelegenheiten zu machen? In: brand eins. 19. Jahrgang. Heft 12. Dezember 2017. www.brandeins.de S. 38

Unsichere Zeiten im Betrieb: Kommunikation hilft

„Als Gegenmittel raten die Supervisoren zu einer gut organisierten betrieblichen Kommunikation.(…). Das Unternehmen muss bestimmte Formen der Kommunikation gezielt schaffen, pflegen und unterstützen. … Professionelle Unterstützung sichert man durch Supervision. … Regelmäßige Überprüfung und „Wartung“ der Kommunikation stellen sicher, dass der Fluss der Informationen nicht stockt.“ (Stellungnahme der PräsidentInnen der europäischen Supervisionsverbände bei der Generalversammlung der ANSE in ÖVS news 3/20016; S. 18)