Archiv der Kategorie: Soziale Innovation

Innovation braucht den Blick auf das Hier & Jetzt

„Die Schwierigkeit bei Innovation liegt nicht darin, neue Ideen zu finden, sondern ältere konsequent loszulassen. Das braucht Zeit, Gelassenheit und Gespräche. Alles andere wäre die Verstärkung der Innovationsplanung, dieser Ansatz ist jedoch nur das Kind der Innovationshysterie.“ (OE 263 Organisationsberatung; Tippe, Andrea; Jakob, Edith; www.oe263.com)

Das heißt für Unternehmen, dass der erste Schritt der Blick auf die derzeitigen Regeln ist. Warum machen wir das so und wozu und wohin führt und führte uns das? Erst durch die Klärung des Bestehenden sind Innovationen möglich. Was waren die Erfolge mit den bisherigen Mitteln/Formen/Produkten/Dienstleistungen?

Erst dann wird es möglich, dass Teams und Mitarbeiter/-innen dem Neuen, dem Anderen oder dem Besseren folgen und vertrauen können in das Bisherige und das Kommende.

ERROR – Fehlerkultur als Quelle für Innovation

“Error – The Art of Imperfection” war das Thema des Ars Electronica Festivals 2018. Ein Error muss nicht unbedingt tatsächlich ein Fehler, sondern er kann auch eine Chance sein. Gerade in der Unvollkommenheit liege das größte Potential für neue Lösungen. Beim Festival ging es darum zu schauen, welchen Irrtümern man tatsächlich aufgesessen sei, aber auch zu zeigen, wie man den Irrtum, die Fehlerkultur und die damit verbundene Toleranz auch produktiv einsetzen könne, so Gerfried Stocker – auch um entstandene Fehler wieder zu korrigieren.

Mit „Error“ wendet man sich nun den vielen Irrtümern bzw. Fehlentwicklungen zu, die dieses Gebiet beinhaltet. „Ein Irrtum muss kein Fehler sein, es ist lediglich eine Abweichung von der Norm, von dem, was wir uns erwartet haben. Aber wer legt die Norm fest?“, fragte Stocker. Bereits kleine Abweichungen könnten etwa in der Datenüberwachung verdächtig sein. Zudem müsse man bedenken, dass Systeme alles, was sie erkennen, auch fälschen können.

Mögliche Fragen zu Error:

  • Wo erleben Sie Error-Momente in Ihrer Arbeit?
  • Wann und wo ging es trotzdem wie weiter?
  • Welche Irrtümer gab es und wie ist es jetzt?
  • Wie wirkte Toleranz und die Erzeugung von Passung und was taten Sie dafür?
  • Welche Normen gibt es im Zusammenleben und mit Arbeitsgruppen und Teams?
  • Wie sind sie verankert und verbindlich und wie erleben es die jeweiligen Akteure?
  • Wo erzeugen wir Verbindlichkeiten, Kooperation und wo entsteht Error?
  • Ein Error muss kein Fehler sein, er kann eine Chance sein!
    „Error ist der Bruder von Toleranz“ (Gerfried Stocker, AEC)

www.aec.at/error/de

Systemisches Denken – die fünf Grundprinzipien

Die Grundprinzipien systemischen Denkens aus dem Wiener Modell (Milowiz, Walter (2009): Teufelskreis und Lebensweg: Systemisch denken im sozialen Feld)
. Vernetzung: Jedes Geschehen hängt mit allem zusammen, was rundherum geschieht.
. Konstruktivistisches Paradigma: Jede unterschiedliche Beschreibung erzeugt eine unterschiedliche Wirklichkeit.
. Selbsterhaltung: Zustände, die über längere Zeit existieren, haben eine Mechanismus, sich selbst aufrecht zu erhalten.
. Zirkularität: Das Ende einer Kausalkette ist selbst wieder Ursache für den nächsten Anfang.
. Einbeziehung des Beobachters: Die Trennung des Beobachters vom Beobachteten ist eine Fiktion: Wir müssen immer unsere eigenen Wirkungen mitbedenken. (ASYS)

Führungs-Kräfte

Führung ist eine komplexe aber notwendige Form der Interaktion in Organisationen. Und Interaktion ist Management. Management, lateinisch manus, „Hand“ und lateinisch agere, „führen“, „an der Hand führen“. Unterschiedliche Führungsstile/-formen/-metoden gilt es anzuwenden, um Balance sowie Vortrieb herzustellen.

Damit dies möglich wird brauchen Führungskräfte in deren Personalentwicklung eine soziale Innovation, damit Kraftentwicklung und Führungsentwicklung passieren kann. Durch die Reflexion der Führungsarbeit mittels Supervision & Coaching entsteht eine Verbesserung bzw. Neukalibrierung des Führungsverhaltens. Mit diesen Erfahrungen kann Führung auch in der Organisation Reflexionsräume für die Mitarbeiter/-innen aktiv herstellen. Diese Fähigkeit ist besonders in Zeiten der Instabilitäten und Unsicherheiten erfolgsnotwendig.

Durch das Setting von Einzelcoachingsequenzen und der vorherigen Kontraktklärung mit dem/der Auftraggeber/-in (z.B. Personalmanagement) kann zielorientiert und fokussiert gearbeitet werden.

Das Invest sind ca. 20 Stunden pro Jahr an Supervision & Coaching für die Führungskraft – also ca. 1 % der Arbeitszeit für kraftvolles Führen und Führungs-Kraft. Das sollte eigentlich in jeder Organisation „drinnen sein“ …

 

Dynamic Faciliation

Personalentwicklung und Personalarbeit ist nach meinem Verständnis immer auch Dialogförderung.

Dynamic Facilitation setze ich bei offen moderierten Gruppendiskussionen, bei Trainings und Supervision & Coaching dann ein, wenn ein kreativer Dialog der TeilnehmerInnen gefördert und etabliert werden sollte. Durch die offene Form eignet sich Dynamic Facilitation insbesondere bei Fragestellungen, bei denen bereits die Problemdefinition, die möglichen Lösungen und die Bedenken gegen diese Lösungen Emotionen bei den Teilnehmenden hervorrufen.

Vier Plakatwänden werden mit den folgenden Überschriften betitelt …

  • Probleme
  • Lösungen
  • Bedenken
  • Informationen

… und der moderierte Dialogprozess kann starten. Mit Dynamic Faciliation können Sie erleben, dass sukzessive die Kommunikation und das sich aufeinander Beziehen gestärkt wird.

Bleib Überraschungsfähig!

„Wir verlieren eine wichtige Fähigkeit, um nach vorne zu kommen, zu lernen und zu verstehen: unsere Überraschungsfähigkeit. Innovative System zeichnen sich immer durch diese Fähigkeit aus – die man am besten durch selbstständiges Nachdenken in einer neuen, unbekannten Situation beschreiben könnte.“ (Lotter, Wolf (2017): Störzonen. Überraschungen sind unvermeidlich. Wäre es nicht klug, aus ihnen gute Gelegenheiten zu machen? In: brand eins. Heft 12. Dezember 2017. www.brandeins.de S. 38

Unsichere Zeiten im Betrieb: Kommunikation hilft

„Als Gegenmittel raten die Supervisoren zu einer gut organisierten betrieblichen Kommunikation.(…). Das Unternehmen muss bestimmte Formen der Kommunikation gezielt schaffen, pflegen und unterstützen. … Professionelle Unterstützung sichert man durch Supervision. … Regelmäßige Überprüfung und „Wartung“ der Kommunikation stellen sicher, dass der Fluss der Informationen nicht stockt.“ (Stellungnahme der PräsidentInnen der europäischen Supervisionsverbände bei der Generalversammlung der ANSE in ÖVS news 3/20016; S. 18)

Fuckup Nights

Das ist einmal eine schöne Soziale Innovation im Bereich Unternehmensgründung/Start-Ups: Sprechen wir über das Scheiten können und Lernen von Fehlern – „Celebrating Scheitern“: Unverblümt, offen und persönlich (face2face) durch die Scheitenden – ein Mehrwert für die, die gescheitert sind als auch die BesucherInnen der Fuckup-Nights. Eine weltumspannende Initiative die „Erfolgsgesellschaften“ und Tabus einen Widerpart setzt mit Stories die auch dazugehören zum Leben. In Österreich sind die Fuckup-Nights in Innsbruck und Wien bereits angekommen.

Mehr auf: www.fuckupnights.com

Schönes und anregendes Tool für die Jahresplanung

Theroundmethod ist ein Jahreskalender der rund ist. Damit das Jahr ein Rundes werden kann
… David Schellander ist Designer, Querdenker, Problemlöser aus Linz und hat dieses schöne und anregende Tool gestaltet.

In der Arbeit mit Gruppen und Teams als auch in der Einzelarbeit bietet der Planer eine gute Fokussierung auf Jahresziele, Vorhaben und Vorsätze. Diese werden in einem weiteren Schritt konkretisiert auf Wochenbeiträge und Teilziele. Dann können in der Tagesansicht Ereignisse und Planungspunkte erstellt werden.

Ein schönes gutes Jahr!