Archiv der Kategorie: Supervision & Coaching

Basis Systemischer Führung

„Führungskräfte müssen … davon ausgehen, dass es die Wirklichkeit nicht einfach „gibt“, sondern, dass sie hergestellt wird. Als Führungskraft kann man nicht herausfinden, was „wirklich ist“, sondern nur, „was geht“, also was funktioniert. … Systemisches Führung ist aus dieser Sicht daher Erkennen von Wirklichkeitskonstruktionen und Auffinden von Möglichkeitskonstruktionen mit dem Wissen, dass es keine objektive Beobachtung der Organisation geben kann.“ (S. 313f)

„… Systemisches führen {ist} weniger eine Frage der Führungstheorie oder des Führungsstils, sondern viel mehr eine Frage der Grundhaltung … Systemisches Führen kann dabei als eine Art Kreislauf angesehen werden, in dem der systemische Führungsstil auf einer systemischen Grundhaltung basiert und mittels einer systemischen Führungstheorie reflektiert wird.“ (S. 324)

„… systemische Führen zeichnet sich nicht durch eine einzige richtige Sichtweise der „Wirklichkeit“ aus, sondern durch eine mehrperspektivische Betrachtungsweise.“ (S. 324) Es sind die Störungen und Irritationen, die das Unternehmen weiterbringen. (vgl. S. 325)

Systemische Interventionen (z.B. Fragetechniken) benötigen eine systemische Grundhaltung, um gut wirksam zu werden. (vgl. S. 324)

Steinkellner, Peter (2007): Systemische Intervention in der Mitarbeiterführung. Heidelberg.

Dynamic Faciliation

Personalentwicklung und Personalarbeit ist nach meinem Verständnis immer auch Dialogförderung.

Dynamic Facilitation setze ich bei offen moderierten Gruppendiskussionen, bei Trainings und Supervision & Coaching dann ein, wenn ein kreativer Dialog der TeilnehmerInnen gefördert und etabliert werden sollte. Durch die offene Form eignet sich Dynamic Facilitation insbesondere bei Fragestellungen, bei denen bereits die Problemdefinition, die möglichen Lösungen und die Bedenken gegen diese Lösungen Emotionen bei den Teilnehmenden hervorrufen.

Vier Plakatwänden werden mit den folgenden Überschriften betitelt …

  • Probleme
  • Lösungen
  • Bedenken
  • Informationen

… und der moderierte Dialogprozess kann starten. Mit Dynamic Faciliation können Sie erleben, dass sukzessive die Kommunikation und das sich aufeinander Beziehen gestärkt wird.

Bleib Überraschungsfähig!

„Wir verlieren eine wichtige Fähigkeit, um nach vorne zu kommen, zu lernen und zu verstehen: unsere Überraschungsfähigkeit. Innovative System zeichnen sich immer durch diese Fähigkeit aus – die man am besten durch selbstständiges Nachdenken in einer neuen, unbekannten Situation beschreiben könnte.“ (Lotter, Wolf (2017): Störzonen. Überraschungen sind unvermeidlich. Wäre es nicht klug, aus ihnen gute Gelegenheiten zu machen? In: brand eins. Heft 12. Dezember 2017. www.brandeins.de S. 38

Unsichere Zeiten im Betrieb: Kommunikation hilft

„Als Gegenmittel raten die Supervisoren zu einer gut organisierten betrieblichen Kommunikation.(…). Das Unternehmen muss bestimmte Formen der Kommunikation gezielt schaffen, pflegen und unterstützen. … Professionelle Unterstützung sichert man durch Supervision. … Regelmäßige Überprüfung und „Wartung“ der Kommunikation stellen sicher, dass der Fluss der Informationen nicht stockt.“ (Stellungnahme der PräsidentInnen der europäischen Supervisionsverbände bei der Generalversammlung der ANSE in ÖVS news 3/20016; S. 18)

Supervision in der Wirtschaft

Supervision ist ein wirksames Tool und Setting für die Personalentwicklung, jedoch ist es noch nicht in allen Bereichen der Wirtschaft bereits angekommen und verbreitet.

Durch die Reflexion des Beruflichen kann Supervision gerade bei der Klärung der Führungsrolle und -aufgaben, bei der Kommunikation in der Organisation sowie im Umgang mit Belastungen (Burnout) wertvolle Impulse leisten und zur Auflösung von Problemen im Arbeitsalltag beitragen. Gerade in Zeiten der Veränderung und Unsicherheit ebenso für die Phasen der Anspannung und Belastung.

Personalentwicklung arbeiten immer noch mit Settings, die m.E: für bestimmte Bearbeitungssituationen (z.B. Führungskräfteentwicklung) unpassend sind. Fragen Sie sich daher: Welches Setting setze ich für welche Zielsetzungen und Aufträge ein? Wie gestalte ich die Rahmung und auch den Rückfluss?

Im Personal Manager (5/2017, S. 30f) berichten meine ÖVS-Kolleg/-innen Wolfgang Knopf und Michaela Judy darüber im Artikel: Supervision in der Wirtschaft: Probleme analysieren und lösen.

Eine gelungene Supervision …

… besteht vermutlich weniger in der Versammlung der beruflichen Werke und des Tuns als vielmehr aus der Summe der gelungenen Zwischenräume und damit verbundenen Vertiefungen und Reflexionen. (Klaus Wögerer, angelehnt an ein Zitat zur Kunst)

 

Mehrdimensionale Kontraktentwicklungen als Supervisior & Coach

Woran man gute Supevision & Coaching erkennen kann: an einer ständigen aufmerksamen Kontraktentwicklung und der eigenen Position als Supervisor/-in. Den Blick mehrdimensional auf die Inhalte des Kontraktes, die Beziehungen der Akteure und der eigenen Person gerichtet und wie Interaktion geschieht.

„Wenn Coaches und andere Beratungsmenschen wirksam werden wollen, dann müssen sie immer auch die Möglichkeit haben, sich dem Kundenwunsch zu entziehen oder eben diesen Kundenwunsch zum Thema und damit zum Teil des Problems zu machen.“ (Looss, Wolfgang (2014): „Coaching als Dienstleistung“ und die semantischen Stolpersteine in ungewohnten Subkulturen. In: Busse, Stefan; Haube, Rolf; Möller, Heidi; Schiedsmann, Christiane (Hrsg.): POSITIONEN. Beiträge zur Beratung in der Arbeitswelt, Ausgabe 2/2014. Kassel. S. 7)

Systemische Supervision ist anders.

„Sie orientiert sich präzise an Wünschen und Zielen der Teilnehmer. Sie ist sensibel für betriebliche Zusammenhänge. Sie arbeitet lösungsorientiert und zeitlich begrenzt. Der Blick auf die Beziehungen und ihre Wechselwirkungen in komplexen Systemen, auf Interaktionsmuster und institutionelle Strukturen ermöglicht einen schnellen Zugang zu den Fragen und Problemen, die in den Aufträgen der Supervisions-Partner zum Ausdruck kommen.“ (DGSF)

Fotografie als Methode

„Fotografie ist ihrem Wesen nach eine analytische Disziplin. Während ein Maler mit einer leeren Leinwand anfängt und ein Bild konstruiert, beginnt der Fotograf mit der Unordnung der Welt und wählt ein Bild aus. Ein Fotograf, der vor Häusern und Straßen, Menschen und Bäumen und den Artefakten einer Kultur steht, verleiht der Szene eine Ordnung – er normiert das Durcheinander und verleiht ihm Struktur.“ (Shore,Steven (2009): Das Wesen der Fotografie)

In der Arbeit als Supervisor & Coach arbeite ich immer wieder mit der Methode Fotografie. Dabei verwende ich ausschließlich das analoge Medium Sofortbild (analog), um direkt mit den erstellten Bildern in die Kommunikation und den Austausch zu gehen. 100 %ige Datensicherheit ist gerade bei ganz persönlichen Themen unumgänglich.

Es sind unsere Bilder zu etwas, das unsere Entscheidungen und unser Handeln beeinflusst. Bilder können zudem Ankerpunkte und Markierungen sein und Orientierung bieten. Wir entscheiden bei der Erstellung unserer „eigenen Bilder“ und bei der Fotos über Ausschnitt, Perspektive, Zeit und Fokus.

Personalentwicklung für Berufseinsteiger/-innen

Für neu in den Beruf einsteigende – z.B. in den Bereichen Soziale Arbeit, Gesundheitswesen, Personalarbeit, Dienstleistung – ist Supervision & Coaching meist die geeignete und passende Personalentwicklungsmethode:

  • individuell an den Erfahrungen der Berufseinsteiger/-innen Entwicklung erzeugen
  • konkret an den Themen der Berufseinsteiger/-innen vertiefen
  • reflexiv den Berufsalltag begutachten und Entscheidungen bewusst gestalten
  • einen geschützten Rahmen für Lernen bieten
  • Sicherheit schaffen durch strukturiertes fortwährendes Setting

Seminare, Vorträge und wissensorientierte Settings können die oben genannte Punkte oftmals nicht in dieser Dimension berücksichtigen und somit solch einen nachhaltigen Mehrwert generieren wie Supervision & Coaching.