Archiv der Kategorie: Organisationsberatung

Nur eine Soziale Innovation bewirkt Entwicklung und Veränderung

Systemische Supervision & Coaching als Teufelskreisausstiegshilfe für Teams und Führungskräfte, Ihre Klaus-ur als Jetztrückvorschaublick und Organisationsberatung & Personalmanagement für Ihr Interaktionsstrukturwachstum.

Für ein Mehr an Sozialer Innovation für Sie, Ihre Organisation & Ihr Unternehmen.

Gerade jetzt natürlich Coronakonform in Face-to-Face mit den Vorkehrungen (MNS, Abstand, Raumgröße) aber auch Outdoor mit inecht und via Zoom, Facetime, Skype und per Telefon.

Angebotsüberblick | S-Innovation KLAUS WÖGERER (PDF)

KoNtExTkOmPeTeNz fördern

Wir produzieren und provozieren in unserer digitalen Welt ständig neuen Content – tagtäglich, immerzu. Jedoch ist „… Content ohne Kontext ein ziemlich machtloses Wesen …“. (Potter 2020, S. 2)

„Deshalb machen sich heute so viele auf, nach dem Sinn und Zweck, dem Purpose, zu fragen. Wieder andere verzetteln sich in Identitäten und in identitätspolitischer Pose, die das Fehlen verständlicher Inhalte und Zusammenhänge verschleiern soll. Dritte wiederum flüchten sich in Formalien, sie reden gerne über Technik, Methoden, Werkzeuge. Sie machen das Mündel zum Vormund.“ (Potter 2020, S. 3)

KoNtExTe (von lat. contexere, dt. zusammenweben) entstehen gerade durch das Zusammentun von Personen, das Arbeiten in Teams und Gruppen, die Auseinandersetzungen.

Systemische Supervision & Coaching und Organisationsberatung ermöglichen und fördern die Entwicklung von Kontextkompetenz, um Handlungs- und Entscheidungsfähig zu werden/bleiben trotz Ambivalenzen und Ambiguitäten.

Potter, Wolf (2020): Hypertext. In: Johannes Kepler Universität Linz (Hrsg.): Kepler Tribune. Wissen in Gesellschaft. Ausgabe No. 4/2020. S. 2- 3.

Selbstorganisation & Agilität braucht Reflexionsräume

Agilität & Selbstorganisation von Organisationen und Unternehmen ist zur Zeit in aller Munde.

„Der Ruf nach Verantwortungsübernahme, Selbstorganisation und Selbstführung der Mitarbeiter wird {jedoch} verwechselt mit dem Alleinlassen der Mitarbeiter. Wo früher eine Übersteuerung der Mitarbeiter durch das Management stattgefunden hat, lässt sich heute vielfach eine Untersteuerung beobachten.“ (Bauer, Christoph (2020): Der neue Führungsdreiklang der Selbstorganisation. In: supervision. Mensch. Arbeit. Organisation. Zeitschrift für Beraterinnen und Berater. 38. Jahrgang, Heft 2/2020. S. 26)

Es benötigt daher Verantwortung, Vertrauen und Präsenz im Arbeiten. Und das geschieht durch Zusammenarbeit in Kooperation und Konkurrenz. Und durch ge- und erlebte Aushandlungsprozesse und deren Einrahmungen und Strukturen (z.B. Supervision, Teambesprechungen).

„Eine der beliebten Floskeln lautet ‚Einfach mal machen.‘ Das ist eigentlich eine Unverschämtheit. Denn wer sich darauf einlässt, ohne sich abzusichern, muss damit rechnen, von der Organisation, die von ihm verlangt hat, einfach mal zu machen, abgestraft zu werden, wenn etwas schief geht. (Moser, Judith (2020): Problemlösungen und Lösungsprobleme. In: brandeins, 22. Jahrgang, Heft 03, März 2020. S. 40. www.brandeins.de)

D.h. es gilt Team- und Organisationsdynamiken und auch die Organisationsgeschichte zu berücksichtigen.

„Steuerung, Teamarbeit und die Gestaltung organisatorischer Prozesse in Selbstorganisation der sozialen Systeme fallen mehr oder weniger in eins.“
(Buchinger, Karl; Blinkhammer, Monika (2007): Beratungskompetenz. Supervision, Coaching, Organisationsberatung. S. 88)

Führungsarbeit in der Selbstorganisation & Agilität heißt daher, Kompetenz in der Steuerungs- und Prozesssarbeit von Teams zu haben, die gegenseitigen Bezogenheiten und Abhängigkeiten wahrzunehmen und neue Formen der Steuerung in den jeweiligen Bereichen zu entwickeln, anzueignen und zu tun.

Dazu sind auf alle Fälle Reflexionsräume (z.B. Supervision & Coaching) für Auseinandersetzungen und Klärungen notwendig. Diese stellen ein wesentliches Sicherungs- und Stabilisierungselement in solchen Entwicklungsprozessen dar.

Digital oder Analog?

„Menschen lernen durch Imitation, Vertrauen und Übung, das sei nur analog möglich. Und auch die Kommunikation werde durch Chats und Webtools zwar vereinfacht, „aber diese Kommunikation ist formal, sie bietet keine Zwischentöne. Wie soll man da Probleme spüren, Konflikte lösen?“ Digital könne man vielleicht ein einzelnes Projekt schneller abschließen, sagt er, „aber wenn eine solche Organisation unter Stress gerät, bricht sie schnell auseinander, weil es kein gemeinsames Bewusstsein gibt“.“ Sywottek, Christian (2016): Format D. Später Sieg der Zettelwirtschaft. In: brand eins. Heft 09. September 2016. https://www.brandeins.de/magazine/brand-eins-wirtschaftsmagazin/2016/vorbilder/spaeter-sieg-der-zettelwirtschaft

D.h. es gilt einen Mix von digitalen und analogen Lösungen in Unternehmen /Organisationen zu reflektieren und sich der Frage der damit verbundenen Interaktionen. Das Analoge fordert Präsenz. Und diese wird für Problemlösungen auch immer wieder benötigt.

Welche Voraussetzungen braucht es für die jeweiligen Settings und was ermöglichen, aber auch verunmöglichen diese?

REZENSION | Organisationskulturen beeinflussen

In 64 Seiten (ohne Literaturverzeichnis) bringt Stefan Kühl, Professor für Organisationssoziologie an der Universität Bielefeld, eine überaus kompakte, prägnante und konkrete Einführung für die Arbeit in und mit Organisationen.
Den Organisationskulturbegriff definiert er aus systemischer Sicht sehr eng und besteht „… aus Verhaltenserwartungen an Organisationsmitglieder … die sich langsam durch Wiederholung und Imitation eingeschlichen haben.“ (S. 2) Diese Erwartungen bilden sich durch Programme (z.B. Zielsysteme, Anweisungen), Kommunikationswege und das Personal (z.B. Einstellung, Versetzung, Hinausgehen) aus. (S. 14f)
In einer Matrix vertieft er diese drei zuvor genannten Aspekte mit den Bereichen: Schauseite (= Fassade), formale Seite und informale Seite. Dabei entstehen bei der Diskussion über Organisationskulturen Probleme und Fehler an den Schnittpunkten von Schauseite und informaler Seite sowie zwischen formeller und informeller Seite. (S. 21f)
In Beispielen bringt der die Wechselwirkungen ins Spiel, die z.B. bei einer auferlegten „Fun-Kultur“ entstehen können. (S. 36f)
Um die Kultur in Unternehmen und Organisationen – die informale Struktur – zu beeinflussen sieht Kühl den einzigen Hebel in der Veränderung der formalen Struktur. Jede Veränderung an den Zielen, an offiziellen Kommunikationswegen, die Versetzung von Mitarbeiter/-innen usw. haben eine Auswirkung auf die Teams und Mitarbeiter/-innen und deren informelle Prozesse. (S. 3, 43f)
Ein sehr empfehlenswertes Buch für Supervisior/-innen & Coaches und für Führungskräfte, um Organisationskultur begreifbar(er) zu bekommen.

Kühl, Stefan (2018): Organisationskulturen beeinflussen. Ein sehr kurze Einführung.

Rezension erschienen im BASYS, www.asys.ac.at